
EMKG: Das Einfache Maßnahmenkonzept für Gefahrstoffe als Leitfaden für die Gefährdungsbeurteilung
Ende 2025 feierte das EMKG sein 20-jährges Bestehen. Doch was genau ist das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe, für wen ist es sinnvoll und wie setzen Sie es um? All das erfahren Sie in diesem Blogbeitrag!
Was ist das EMKG? Eine Einführung in das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe
Die Abkürzung EMKG steht für „Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe“. Dieses ist als ein Leitfaden für die Gefährdungsbeurteilung nach Gefahrstoffverordnung zu verstehen und bietet eine praxisnahe Handlungshilfe. Bereitgestellt wird das EMKG von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Die Rolle des EMKG im Arbeitsschutz
Das EMKG berücksichtigt alle Risiken, die in der Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind. Diese umfassen vorwiegend Gefährdungen, welche die Gesundheit der Arbeitnehmer durch die Wirkung von Gefahrstoffen negativ beeinflussen können. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Hautverletzungen, Atemwegserkrankungen oder Brandgefahren.
Zielgruppe: Für wen ist die Anwendung des Konzepts relevant?

Das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe richtet sich an die Personen im Unternehmen, die für den Bereich Arbeitsschutz verantwortlich sind. Vor allem kleiner bis mittlere Unternehmen (KMU) profitieren von der Anwendung des EMKG für ihre Gefährdungsbeurteilung.
Die Bestandteile des EMKG: Schutzleitfäden, Maßnahmenstufen und mehr
Wer sich mit dem EMKG beschäftigt, wird auf die Begriffe Module, Maßnahmenstufen und Schutzleitfäden stoßen. Was genau diese bezeichnen, erfahren Sie im Folgenden:
Die Module können als Kategorien verstanden werden, in welche Gefährdungen eingeteilt werden. Sie beziehen sich auf den Auswirkungsbereich der Gefahren. Zum jetzigen Stand existieren fünf Module:
Je nach Schwere der Gefährdung ordnen Sie Tätigkeiten in bestimmte Maßnahmenstufen ein. Je größter die Gefahr, desto höher die Stufe. Neben Maßnahmenstufe 1-3 existiert zusätzlich die Stufe „Beratung“, welche bei besonders hohen Risiken hinzugezogen werden muss. Richtwerte zur Einschätzung finden Sie bei der BAuA.
In den Schutzleitfäden sind die Mindeststandards für spezifische Tätigkeiten je nach Maßnahmenstufe festgelegt. Die Schutzleitfäden können Sie direkt auf der Website der BAuA herunterladen.
Die Anwendung des EMKG in der Praxis: Schritt für Schritt zur sicheren Arbeit
Mit dem EMKG erfassen Sie verschiedene Faktoren, anhand welcher sie die Schwere einer Gefährdung ableiten. Zu diesen Faktoren zählen:
Anhand der Schwere der erfassten Gefährdungen leiten Sie für jede Tätigkeit eine entsprechende Maßnahmenstufe ab.
Maßnahmenstufe 1: Mindeststandard
Maßnahmen der Maßnahmenstufe 1 sind immer umzusetzen. Sie beinhaltet allgemeine Schutzmaßnahmen und Mindestanforderungen an den Arbeitsplatz. Ziel dieser Maßnahmenstufe ist es, Gesundheitsgefahren für Ihre Mitarbeitenden vorzubeugen und Sicherheitsrisiken effektiv zu senken.
Maßnahmenstufe 2: Erweiterter Bedarf
In Maßnahmenstufe 2 finden sich technische Maßnahmen zur Emissionsminderung für Arbeitsabläufe, also der Reduktion der Freisetzung von Gefahrstoffen. Dazu werden verschiedene technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen getroffen, um die Belastung durch Gefahrstoffe zu verringern. Mögliche Maßnahmen sind das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) oder die Änderung der Raumbedingungen.
Maßnahmenstufe 3: Subvention oder geschlossenes System
Maßnahmenstufe 3 erfordert die Prüfung einer möglichen Subvention, also des Ersetzens eines Gefahrstoffes durch einen weniger gefährlichen Stoff. Ist eine Subvention nicht möglich, so wird die Nutzung eines geschlossenen Systems empfohlen.
Maßnahmenstufe „Beratung“
Bei besonders hohen Gefahren wird die Maßnahmenstufe „Beratung“ notwendig. In dieser Stufe existieren keine Schutzleitfäden, da eine Beratung durch einen Experten benötigt wird.
Das Maßnahmenkonzept: Von der Maßnahmenstufe zur Umsetzung am Arbeitsplatz
Nachdem Sie die Maßnahmenstufen abgeleitet haben, können Sie sich für die Maßnahmen auf die entsprechenden Schutzleitfäden beziehen. Die Schutzleitfäden sind von der BAuA bereitgestellte Dokumente, welche die entsprechenden Maßnahmen je nach Maßnahmenstufe und Tätigkeit abbilden. Sie können diese kostenlos auf der Website der BAuA herunterladen. Dass und wie diese Maßnahmen umgesetzt werden, liegt in der Verantwortung des Unternehmens.
Digitale Unterstützung durch die passende Software
Eine gute Software für Gefährdungsbeurteilungen ermöglicht es Ihnen, das EMKG flüssig in Ihre Arbeitsprozesse einzubinden. In der domeba Software können Sie das EMKG in der Risikobewertung als Bewertungsschema auswählen und sich bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung nach Gefahrstoffverordnung daran orientieren.
Ein weiterer Pluspunkt der domeba Software liegt in der intuitiven Verknüpfung zwischen dem Modul für Gefährdungsbeurteilungen und dem Modul für Gefahrstoffmanagement. Durch diese Schnittstelle können die von Ihnen erfassten Gefahrstoffe bei der Gefährdungsbeurteilung direkt einer Gefährdung zugeordnet werden. Ebenso können Sie direkt aus einem Gefahrstoff heraus eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung erzeugen – doppelte Eingaben sind somit Geschichte!
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Fazit: Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen dank EMKG
Anhand des EMKG erfassen Sie einen verständlichen Überblick über die Gefährdungen durch Gefahrstoffe in Ihrem Unternehmen und leiten passenden Maßnahmen gezielt ab. Die Schutzleitfäden der BAuA unterstützen Sie dabei, die nötigen Maßnahmen umzusetzen. Das EMKG eignet sich vor allem für kleiner bis mittlere Unternehmen und sticht durch die Einfachheit der Anwendung hervor.
Häufig gestellte Fragen zum EMKG
EMKG steht für Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe. Es dient zur systematischen Erfassung von Gefährdungen durch Gefahrstoffe und schlägt passende Maßnahmen vor.
Das EMKG bildet einen verständlichen Leitfaden zur Einschätzung von Gefährdungen durch Gefahrstoffe. Auch passende Maßnahmen sind im EMKG enthalten. Vor allem kleinere bis mittlere Unternehmen profitieren vom Einsatz des EMKG.
Das EMKG umfasst die Maßnahmenstufen 1-3, sowie die Maßnahmenstufe „Beratung“.
Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird im Text das generische Maskulinum verwendet – gemeint sind damit immer alle Geschlechter.
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