
ASA nach EKAS-Richtlinie 6508: So setzen Schweizer Unternehmen die ASA-Elemente effizient um
Unternehmen in der Schweiz sind gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen. Für alle Betriebe gilt die EKAS-Richtlinie 6508 (ASA-Richtlinie). Hat ein Betrieb besondere Gefährdungen oder eine bestimmte Betriebsgrösse, gelten strengere Anforderungen. Der Arbeitgeber muss Arbeitsärzte und andere Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) beiziehen und ein systematisches ASA System aufbauen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was die ASA Elemente sind, wie Sie sie praxisnah umsetzen und an welchen Punkten digitale Lösungen den entscheidenden Effizienzschub bringen.
Was sind ASA Elemente nach EKAS?
Die ASA Elemente sind Bausteine eines systematischen Managements von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Sie leiten sich aus der EKAS Richtlinie 6508 ab und helfen Unternehmen, Arbeitssicherheit strukturiert, nachweisbar und kontinuierlich zu verbessern.
Wichtig: ASA ist kein Zusatzbürokratieprojekt, sondern ein Führungsinstrument. Es verbindet rechtliche Pflichten mit praktischen Prozessen im Alltag – von der Gefährdungsermittlung bis zur Schulung und Dokumentation.

Die 10 ASA Elemente im Überblick
Im Kern umfasst ein wirksames ASA System zehn Elemente, die sich branchenübergreifend anwenden lassen. Vom Büro über das Labor bis zur Baustelle oder zur Produktion.
1. Sicherheitsleitbild und Sicherheitsziele
Die Geschäftsleitung definiert klare Ziele und Grundsätze zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Digitale Unterstützung: Veröffentlichung im Intranet bzw. EHS-System, Versionierung, einfache Verteilung an alle Mitarbeitenden.
2. Sicherheitsorganisation
Zuständigkeiten, Rollen (z.B. ASA Spezialisten, Sicherheitsbeauftragte) und Abläufe sind definiert.
Digitale Lösung: Rollen und Rechtekonzepte, Pflichtenmanagement, Zuweisung von Aufgaben und Massnahmen.
3. Ausbildung, Instruktion, Information
Mitarbeitende gezielt schulen und instruieren. Insbesondere bei gefährlichen Tätigkeiten oder neuen Prozessen.
Digitale Lösung: Zentrales Instruktions- und Schulungsmanagement mit E Learning mit elektronischer Lernziel-Überprüfung, Teilnahmeerfassung, Erinnerungen und Berichten auf Knopfdruck.
4. Sicherheitsregeln
Lebenswichtige und betriebliche Sicherheitsregeln, Verhaltensvorschriften und Betriebsanweisungen sind definiert und kommuniziert.
Digitale Lösung: Sicherheitsregeln mit zentralem Dokumentenmanagement für die gesamte Belegschaft zur Verfügung stellen und mittels digitaler Instruktion die Bekanntmachung sicherstellen.
5. Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung
Systematisches Erkennen und Bewerten von Gefährdungen (z.B. Maschinen, Chemikalien, ergonomische Risiken, psychosoziale Belastung).
Digitale Lösung: Standardisierte Checklisten, Gefährdungskataloge, Risikomatrix und Priorisierung – wiederverwendbar für verschiedene Standorte und Tätigkeiten.
6. Massnahmenplanung und -realisierung
Aus der Risikobeurteilung konkrete Massnahmen mit Verantwortlichen und Terminen ableiten.
Digitale Lösung: Zentrales Massnahmenmanagement mit Aufgabenverteilung, Fristen, Erinnerungen und Reporting (z. B. offene/überfällige Massnahmen).
7. Notfallorganisation
Planung von Notfall und Alarmorganisation.
Digitale Lösung: Dokumente zur Notfalloganisation mit zentralem Dokumentenmanagement für die gesamte Belegschaft zur Verfügung stellen und mittels digitaler Instruktion die Bekanntmachung sicherstellen. Dokumentation von Notfallübungen und automatische Erinnerung an Wiederholungen.
8. Mitwirkung
Mitarbeitende melden Gefährdungen, bringen Verbesserungsvorschläge ein und werden aktiv einbezogen.
Digitale Lösung: Ein digitales Vorfallmanagement hilft, dass Mitarbeitende schnell und proaktiv gefährliche Situationen, Beinahunfälle via App oder PC melden können.
9. Audit und Kontrolle
Regelmässige Inspektionen und Audits überprüfen die Wirksamkeit der Massnahmen.
Digitale Lösung: Digitale Checklisten, automatisierte Auswertungen, Vergleich von Standorten, Nachverfolgung von Audit Feststellungen.
10. Gesundheitsschutz
Neben der klassischen Unfallverhütung umfasst ASA auch den systematischen Schutz der Gesundheit (physisch und psychisch). Dazu gehören z. B. ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen, Lärmschutz, Umgang mit Gefahrstoffen, aber auch psychische Belastungen, Stress und Schichtarbeit.
Digitale Lösung: Erfassung von gesundheitlichen Risiken und Massnahmen im selben System wie Arbeitssicherheitsrisiken und die Gefährdungsbeurteilung dient als Grundlage für gezielte Präventionsprogramme.
ASA, EHS und ESG: Mehrwert über die Compliance hinaus
ASA ist operativ in der Arbeitssicherheit (EHS) verankert, spielt aber zunehmend auch in der ESG Berichterstattung eine Rolle. Insbesondere im Bereich „S“ (Social) und „G“ (Governance). Kennzahlen wie Unfallhäufigkeit, Schweregrade und umgesetzte Massnahmen sind relevante ESG Indikatoren.
Wer ASA Prozesse digital abbildet, kann diese Daten mit wenig Zusatzaufwand u. a. in Nachhaltigkeitsberichte und CSR Reports einfliessen lassen. Das stärkt nicht nur die Rechtssicherheit, sondern auch die Positionierung als verantwortungsbewusster Arbeitgeber und Geschäftspartner.
Fazit: ASA Elemente effizient branchenunabhängig umsetzen
- Die EKAS Richtlinie 6508 verpflichtet viele Schweizer Unternehmen zum systematischen Beizug von ASA Spezialisten und zur Umsetzung der ASA Elemente.
- Ein praxisnahes ASA System besteht aus klarer Politik, definierter Organisation, Schulung, systematischer Gefährdungsermittlung, wirksamen Massnahmen, Mitwirkung der Mitarbeitenden, Kontrolle und sauberer Dokumentation.
- Der grösste Hebel für Effizienz und Rechtssicherheit liegt in der Digitalisierung: Eine EHS und ESG Lösung unterstützt ASA Elemente und macht in jeder Branche Arbeitssicherheit transparent, messbar und bereitet umfassend auf Audits vor.
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Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird im Text das generische Maskulinum verwendet – gemeint sind damit immer alle Geschlechter.
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